Es ist die Zeit, als die Bücher von Claude Lévi-Strauss und Marcel Mauss in Studentenkreisen zirkulierten. Gerhard Fischer, Ethnologiestudent an der Universität Wien, verschrieb sich ganz dem Genre des ethnologischen Films mit seinen aufwühlenden und fesselnden Szenen aus den Kontinenten Afrika und Asien. Schließlich begann Fischer selber, Filme zu drehen. Waren es anfangs 8-mm-Filme, wurde schon bald mit Video experimentiert. Daraus ist ein Filmfundus von 673 Stunden (ungeschnitten, 1987–2016 ff.) entstanden. Parallel zu der Arbeit mit Video begann Gerhard Fischer zu zeichnen, Aquarellmalerei und Wachskreide auszuprobieren. Wir zählen einhundert Aquarelle von Asiaten, davon wurden einige hier zur Ansicht ausgewählt. Fischers Notizgruppen zur asiatischen Kunstgeschichte der alten Zeit zeigen auf, dass Natur, Religion und Kunst miteinander verwoben sind wie die Knoten eines Kelims. Oft werden kalligrafierte Gedichte in die Bildgestaltung der chinesischen und japanischen monochromen Tuschemalerei miteinbezogen. Liest man in den Traktaten zur chinesischen Malerei/Kalligrafie (7. Jhdt. v. Chr.–10. Jhdt.), fallen die lyrischen Bildtitel auf. So trägt eine Tuschezeichnung von Tu Chin den Titel: »In Gesellschaft des Mondes müßig umherwandern« (2. Hälfte 15. Jhdt.). Oder grandios: das Pinselwerk von Guo Ruoxu Dong Yuan »Lobpreisung des Schneefalls«.























