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Gerhard Fischer hat in den letzten 20 Jahren skandalträchtige Gemälde und Zeichnungen geschaffen. Hier malt ein Meister des Eros. Fischer, eine an Neuromantik und Ästhetizismus orientierte Existenz, ist ein glühender Vertreter der poètes maudits, die sich mit Charles Baudelaire die wunderbare Macht teilen, jeden verschwommenen morbiden Zustand erschöpfter Geister und trauriger Seelen festzuhalten. Das bildnerische und cinematografische Werk, das mehrere hundert Gemälde und großformatige Kohle-Zeichnungen (Sujet: Die Badenden), tausende Akt-Fotografien und Fotomontagen zur Blüte des androgynen Körpers sowie 673 Stunden ungeschnittenes Videomaterial umfasst, ist ein ganzes wild gewachsenes Lebenswerk von Fischer und es ist unveröffentlicht. Es ist eine Bildkunst gegen die Strömungen der Jetztzeit. Auf Werke der Vergangenheit, auf Jacopo Pontormo, Paul Cézanne, Edgar Degas, Pierre Bonnard und auf Werke des fernen Ostens, Chinas und Japans wird Bezug genommen. Was die ausschweifende Bildproduktion in Eitempera, Gouache und in Acryl zeigt, ist der Anlauf zu einer mediterranen Weltsicht. Wir spüren den Wind auf der Haut und die Temperatur des Wassers. Blaue Farben hat das Meer, ein Blau vom Blau der Brust indischer Pfauen. Für die vom strahlenden Licht der Ägäis illuminierten Bilder benötigte der Maler die Sommermonate. Vielleicht gelangt diese Suche nach Farben und Nuancen des Himmels und des Meeres auf berührende Weise eines Tages an ihr Ziel. Die Motive dieser Bilder (Die Badenden) haben eine Korrespondenz mit den grossformatigen Kohlezeichnungen, sogenannte »Noirs«. Im Kontext der Badenden wird darauf verzichtet, jedes einzelne Bild zu benennen. Im Traum erscheinen Jünglinge aus Alexandrien, ein Ephebe in blühender Gestalt, der Knabe Hyazinth, Zephyros, Luca oder »Das Maß inniger Zärtlichkeit«, Küsse fallen wie Honigtau, u. a.

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