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Kann man sagen, dass sich die atmosphärischen Nuancen der Meeresluft im Farbspektrum der Früchte Griechenlands widerspiegeln?

Blättert man in dem vorgelegten Aquarellalbum einige Seiten durch, stößt man auf ganz weiß gemalte Zitronen. So wie bei den persischen Feueranbetern die weiße doppelstrahlige Flamme auf dem Altar die höchste Verehrung genießt, hat der Maler die gelbe Zitrone im dunstigen  Licht der Ägäis in die weisse Erhabenheit entrückt.

Reif sind, in Feuer getaucht, gekochet
Die Frücht und auf der Erde geprüfet und ein Gesetz ist,
Daß alles hineingeht, Schlangen gleich,
Prophetisch, träumend auf

Den Hügeln des Himmels.

Der Griechendichter Friedrich Hölderlin, von dem Bettina von Arnim berichtet, »dass er Stunden lang beim Gemurmel eines Bachs griechische Oden hersagte«, hat in pflanzenhafter Schrift und mit fast tintenleerer Feder im Juli 1803 diese Zeilen in dem fünfstrophigen Doppelgesang »Mnemosyne/ Die Nymphe« geschrieben. 

Die historisch-kritische Ausgabe (Frankfurter Ausgabe), hrsg. v. D. E. Sattler, bietet die Abbildung und typographisch differenzierte Umschrift der überlieferten Manuskripte Hölderlins. Die Handschriften wurden maßstäblich verkleinert und mustergültig in Faksimile aufbereitet. Der Gesang »Mnemosyne/Die Nypmphe« findet sich in Bd. 7 und 8 (Gesänge).

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